FREMDGEHEN IM JAZZCLUB

Klingt Jazz für dich wie eine unnötige Fremdsprache, wie zum Beispiel Latein, nur mit außerirdischem Akzent? Wenn das Publikum bei einem Jazzkonzert nach einem Solo applaudiert, fragst du dich, was der Quatsch soll? Wird deine musikalische Geschmackswelt von U2, André Rieu oder Andrea Berg beherrscht, gilt für dich womöglich: Jazz = Strafe. 
Die Eingeweihten hören in dem chaotischen Gegniedel allerdings die größten Offenbarungen universaler Klugheit, während du darüber  den Kopf schüttelst. 

Wenn du nämlich auf Jazz stehst, hast du an diesem Durcheinander die hellste Freude. Dein Körper steht in Flammen, wenn die Anderen sagen, zu dem Mist kann man nicht tanzen. Wenn du drauf stehst, ist Jazz wie ein Gespräch über deine Lieblingsthemen. Und du musst dabei ständig deine Meinung ändern, weil es dauernd neue Erkenntnisse gibt. Das Wesen des Jazz sei das Risiko, heißt es von berühmten Musikern. Bei jedem Mal Singen ein Lied neu zu erfinden, war Billie Holidays Idee von Jazz. Und: wer keine Fehler macht, spielt keinen Jazz, sagen Kenny Barron und Art Blakey, zwei Giganten des Genres. 
Falls jemand „Definition von Jazz“ googeln möchte: diese Kolumne plaudert sie aus – und gibt praktische Beziehungstipps. Mehr lesen?

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